26. mai, 7.50 Uhr, ich habe extra bei den Pachino-Freiwilligen auf der Couch geschlafen um noch den Bus zu kriegen, der kommt aber nicht mehr, der fuhr wo anders (Liebe Stepfi, der Grund warum der Bus nach Vittoria manchmal nicht kommt, ist vielleicht der. dass er an der Piazza abfährt.). Also mit meinem Seesack laufe ich zum Ende dieser Stadt, bis ich irgendwann an die wohl letzte Tankstelle, vor meinem Etappenziel (Ispica)komme. Hier stehe ich mit ausgestrecktem Daumen (von Pachino zum Zeltplatz hat das bisher immer geklappt). Ca. eine Stunde verbringe ich abschnittsweise, in der Sonne, unterm Tankstellendach und im Schatten von Tomaten- oder Wassermelonen-Lastern (dafür ist Pachino berühmt, sonst gibts da aber nix.). Ich schliesse fast schon Freundschaft mit dem Tankwart (ja in Italien kriegt man das Auto noch aufgetankt!), habe nette Kurzgespräche mit Obst/Gemüselasterfahrern und stelle fest, das kaum einer nach Ispica fährt, sondern alle gleich abbiegen und irgendwoanders hin wollen. Mit müdem Arm und schon fast keiner Lust mehr nimmt mich endlich ein netter Herr mit, erklärt mir das mein Seesack zum rumreisen eher unpraktisch ist (danke für diese Info, das wissen meine Schultern schon!) und das er selbst mal fünf Jahre lang durch Europa getrampt ist. Er fährt auch extra einen Umweg, um mir zu zeigen wie schön es da unten ist. Mit der festen Überzeugung auch immer wenn ich kann Tramper mitzunehmen (solange sie nicht zu seltsam aussehen) komme ich in Ispica an. Es ist jetzt ca halb 11. und ich treffe an der Bushaltestelle einen netten Tunesier, mit Bart und weißem Gewand, fast direkt aus der Wüste, aber der Südzipfel Siziliens liegt ja südlicher als Tunesien. Wir Trinken einen kaffe zusammen, und gehen dann in den Bus. Hier entwickelt sich ein interresantes Gespräch über Glaube und Gott, mir werden islamische Legenden erzählt und ich antworte mit irgendwas neutestamentlichem. Er erzählt mir auch, das er so eine Mischung aus Naturheiler und Exorzist ist und gibt mir seine Handynummer, falls jemand Interesse hat kann er mich ja danach fragen. Dann jeweils umsteigen, mein musulmanischer Freund kommt nicht mit, wer länger Sizilien besucht sollte Modica und Rausa besuchen, schöne Städte, die sich an den steilen Berghängen hinaufziehen. Ich steig jedoch nur um, in Modica habe ich eine Stunde Aufenthalt esse zu Mittag und lese Hesses Sidartha,und unterhalte mich mit einem älteren einheimischen über Bushaltestellenkonstruktion, da ich auf dem Boden sitze auf meinen Seesack gelehnt, plötzlich ist er ganz bequem
. Nach einer weiteren Stunde Fahrt bin ich endlich in Vittoria! Dort werde von den Freiwilligen herzlich begrüßt und bekomme was zu essen. Später kriege ich einen Stadtbummel, Sizilianische Canneloni (Frittierte Teigröhren mit süßer Ricottafüllung) und Limonade, ich treffe einen Metzger, der einen Bewohner vom Casa Diaconesse, der aus Vittoria stammt kennt, oder das zumindest behauptet. Abends kochen wir mit den Italienischen Freiwilligen, gehen noch ein Eis essen und in eine Bar. Nach dem Ausschlafen werde ich zum Busbahnhof begleitet, trinke noch einen Caffee und erlebe einen nahezu Herzzereisenden Abschied.
(Frau Heyl, falls sie diesen Blog noch lesen, ich grüße sie Herzlich von Elsa)
Im Bus nach Catania stelle ich fest, das Sszilianische Busse keine geeigneten Orte sind um Briefe/Postkarten zu schreiben. Catania, letzte Station unserer Reise, nochmal ein kleines Abenteuer für sich…
2. Juni 2010
2. Juni 2010 at 23:32
Guten Abend Monsieur Phil,
Danke für die lieben Grüssen von Meiner Tochter. Natürlich bin ich eine treue Leserin ihres Blogs geblieben. Ich finde es ganz toll ihr italienisches Erlebnis mit erleben zu können.
Herzliche Grüsse vom Elsass und ich hoffe sehr sie und Papa Jonas mal hier begrüssen zu können.
3. Juni 2010 at 22:54
liebend gerne werde ich sie mal besuchen kommen!